The ongoing flow of refugees coming from Syria, Iraq and the Balkans to central, western and northern Europe also sees a growing number of young Afghan refugees, often male, sometimes below the age of 18, in search of an uncertain future but away from their home country where deteriorating security, a massive economic depression and joblesness have led many to opt for an odyssee that challenges the European countries as a Union. While governments in Berlin, Paris, Budapest and Vienna struggle for a compromise on how to distribute the flow of refugees fairly among the EU member states, Germany and the Western donor countries have a co-responsability in the development of Afghanistan in the past one and a half decade and thus probably also for a options to stabilize the country in what are its mulitple challenges.
This analysis can be found in Die Tageszeitung today (no online version published, sorry):
_______________________________________________
Die Flucht von Afghanen nach Deutschland und Europa hat in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Gleichzeitig gehen nach wie vor milliardenschwere Hilfen des Westens in das Land. Die Abwanderung junger Afghanen hat dies allerdings nicht gestoppt. Im Gegenteil: der Abzug der NATO hat als Fanal gewirkt. So droht das Land zum dritten in kurzer Zeit eine Generation zu verlieren. Deutschland und der Westen haben dabei eine besondere Verantwortung für Afghanistan, auch weil das Land wesentlich über ihre Kredite funktioniert. Beide haben aber auch Entscheidungen versäumt, ohne die es jetzt womöglich weniger Flüchtlinge gäbe.
Der Luftschlag von Kundus mit dem bombardierten Tanklaster und den zivilen Opfern ist jetzt sechs Jahre her. Kundus, wo lange die Bundeswehr stationiert war. Keine Ereignis hat aus deutscher Sicht für mehr Schlagzeilen gesorgt.
In den vergangenen Monaten hat es Fluchtbewegungen aus Kundus gegeben. Viele Binnenflüchtlinge zunächst. Kämpfende Taliban haben afghanische Sicherheitskräfte immer wieder in verlustreiche Kämpfe verwickelt. Die Front wog hin und her. Nach wie vor gibt es nicht ausreichend Polizisten und Armee in der Provinz. Von den Milizen in Kundus ist zu hören, sie seien quer durch das Regierungslager von Präsident Ghani und seinem Partner Abdullah verfeindet. Rettung aus der Luft durch US-Flugzeuge gibt es jetzt nur noch selten für das afghanische Militär.
Durch die Kämpfe sind viele Äcker und Gärten faktisch zu Kampfzonen geworden. Bauern können ihr Land nicht mehr bewirtschaften und sind gezwungen anderswo mit ihren Familien Schutz zu suchen. Neben der Binnen-Flucht gibt es aus Afghanistan dieser Tage aber auch zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland.
Deutsche zivile Helfer bekommen dieses Leid mit. Einige von ihnen erhalten in wachsender Zahl emails von afghanischen Bekannten und Familienoberhäuptern, die auf der Flucht sind mit Frau und Kind. Sie bitten darin um Hilfe für ihre Odyssee nach Europa. Dass Flüchtlinge bei uns nicht immer gut gelitten sind, wissen die Wenigsten. Aufgrund der Zahlen, die in der Bundesrepublik zuletzt Aufnahme finden, gewinnen die meisten eher das Gefühl, dies sei das richtige Zielland.
Eine email ist von Hassan, einem Filmemacher. Er schreibt, dass er vor den Taliban auf der Flucht sei. 2012 wurden seine Arbeiten auf der Documenta13 in Kassel gezeigt. Jetzt hat er eine Reportage über einen Mullah gedreht, der die Aussöhnung mit den Taliban suchte und dabei ums Leben kam. In Kabul hatte Hassan ein kleines Café, ein Künstlertreff, in dem sich junge Männer und Frauen trafen. Von dort flüchtete er, nachdem die Polizei eine Razzia durchführte. Offenbar handelte die Polizei im Auftrag konservativer Geistlicher. Wie den Taliban ist den Geistlichen westliche Lebenskultur in der sich junge Frauen und Männer offen begegnen ein Dorn im Auge.
Jede dieser emails ist für sich genommen bedrückend, spiegelt sie doch den relativen Misserfolg westlicher Hilfe für Sicherheit und Entwicklung. Die afghanische Zivilgesellschaft, deren Aufbau der Westen sich auf die Fahnen geschrieben hatte, scheint auf einmal in Auflösung begriffen. wirtschaftliche Depression hat sich breitgemacht nach dem Abzug der ausländischen Truppen. Viele Gegenden sind unsicherer geworden. So bleiben Investitionen aus. Arbeitslosigkeit ist chronisch und ein möglicher Treibsatz für Radikalisierung.
Was politisch, was wirtschaftlich motivierte Flucht ist, müsste die Einzelfallprüfung ergeben. Diese ist aber unter den Bedingungen Afghanistans nur schwer möglich. Verständlich ist, dass - nach vielen afghanischen Übersetzern der Bundeswehr - nun auch afghanische Angestellte ziviler Hilfsorganisationen nach Deutschland wollen. Sie sind oft nicht weniger exponiert.
Mittlerweile hat das Schlepperwesen auch afghanischen Städte erreicht. Das schildern deutsche Helfer im Land, die gut vernetzt sind. Eltern versuchen zum Teil vergeblich, ihre Kinder vom Auswandern abzuhalten. Diese können auf Facebook Informationen mit Listen zu Sozialstandards in EU-Ländern finden. Auch Foto-Postings gibt es, von Landsleuten, die es bereits geschafft haben.
Politiker fordern zu Recht mehr Druck auf jene Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen. Für Afghanistan tragen Deutschland und der Westen dabei eine besondere Mitverantwortung. Denn der Westen finanziert weiterhin den Löwenanteil des afghanischen Staates. Ohne Frage bestehen hier Möglichkeiten, angemessen einzuwirken auf die Regierung in Kabul.
Zugleich ist der wirtschaftliche Aufbau alles andere als optimal gelaufen. Bei effektiverer wirtschaftlicher Hilfe wäre ein Teil der Menschen vermutlich heute nicht auf der Flucht.
Sinnvoll wäre rückblickend ein echter Marshall-Plan für Afghanistans Wirtschaft gewesen. Mit Wohnungsbauprogrammen, die Menschen langfristig in Arbeit bringen. Robusten Hilfen für afghanische Industrie und Landwirtschaft. Projekten, die das Land weniger als Absatzmarkt für deutsche und ausländische Waren begreifen. Solar-Energie etwa hat eine Zukunft in Afghanistan. Noch aber werden zu wenig Zellen vor Ort hergestellt. Bis 2006 hätte man so Fundamente setzen können. Da waren die Taliban noch nicht erstarkt.
Jüngere Flüchtende schreiben in ihren mails immer wieder: „Wir bekommen in Afghanistan keine Chance“. Arbeit werde nicht nach Qualifikation vergeben, sondern nach Seilschaften und Vitamin-B. Viele haben resigniert, weil Korruption oder gewendete Warlords im Land herrschen. Auch dies ist ein Grund für die schlechte Stimmung im Land. Dabei sind es die Geberländer die viele der warlords bis heute an der Macht halten.
Was also tun? Afghanistan braucht unverändert langfristige Projekte, die auf die realen Bedürfnisse der Menschen eingehen. Projekte, die Hoffnung vermitteln. Das kann ein Theaterfestival in Kabul sein, das den Glauben an die afghanische Zivilgesellschaft erhält. In jedem Fall wirtschaftliche Anreize, die die Arbeitslosigkeit zurückfahren und die Ökonomie der kurzfristigen Entwicklungshilfe durch nachhaltiges Wirtschaften ersetzt.
Donnerstag, 10. September 2015
Afghanistan's refugees and Europe
The ongoing flow of refugees coming from Syria, Iraq and the Balkans to central, western and northern Europe also sees a growing number of young Afghan refugees, often male, sometimes below the age of 18, in search of an uncertain future but away from their home country where deteriorating security, a massive economic depression and joblesness have led many to opt for an odyssee that challenges the European countries as a Union. While governments in Berlin, Paris, Budapest and Vienna struggle for a compromise on how to distribute the flow of refugees fairly among the EU member states, Germany and the Western donor countries have a co-responsability in the development of Afghanistan in the past one and a half decade and thus probably also for a options to stabilize the country in what are its mulitple challenges.
This analysis can be found in Die Tageszeitung today (no online version published, sorry):
_______________________________________________
Die Flucht von Afghanen nach Deutschland und Europa hat in den letzten Monaten spürbar zugenommen. Gleichzeitig gehen nach wie vor milliardenschwere Hilfen des Westens in das Land. Die Abwanderung junger Afghanen hat dies allerdings nicht gestoppt. Im Gegenteil: der Abzug der NATO hat als Fanal gewirkt. So droht das Land zum dritten in kurzer Zeit eine Generation zu verlieren. Deutschland und der Westen haben dabei eine besondere Verantwortung für Afghanistan, auch weil das Land wesentlich über ihre Kredite funktioniert. Beide haben aber auch Entscheidungen versäumt, ohne die es jetzt womöglich weniger Flüchtlinge gäbe.
Der Luftschlag von Kundus mit dem bombardierten Tanklaster und den zivilen Opfern ist jetzt sechs Jahre her. Kundus, wo lange die Bundeswehr stationiert war. Keine Ereignis hat aus deutscher Sicht für mehr Schlagzeilen gesorgt.
In den vergangenen Monaten hat es Fluchtbewegungen aus Kundus gegeben. Viele Binnenflüchtlinge zunächst. Kämpfende Taliban haben afghanische Sicherheitskräfte immer wieder in verlustreiche Kämpfe verwickelt. Die Front wog hin und her. Nach wie vor gibt es nicht ausreichend Polizisten und Armee in der Provinz. Von den Milizen in Kundus ist zu hören, sie seien quer durch das Regierungslager von Präsident Ghani und seinem Partner Abdullah verfeindet. Rettung aus der Luft durch US-Flugzeuge gibt es jetzt nur noch selten für das afghanische Militär.
Durch die Kämpfe sind viele Äcker und Gärten faktisch zu Kampfzonen geworden. Bauern können ihr Land nicht mehr bewirtschaften und sind gezwungen anderswo mit ihren Familien Schutz zu suchen. Neben der Binnen-Flucht gibt es aus Afghanistan dieser Tage aber auch zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland.
Deutsche zivile Helfer bekommen dieses Leid mit. Einige von ihnen erhalten in wachsender Zahl emails von afghanischen Bekannten und Familienoberhäuptern, die auf der Flucht sind mit Frau und Kind. Sie bitten darin um Hilfe für ihre Odyssee nach Europa. Dass Flüchtlinge bei uns nicht immer gut gelitten sind, wissen die Wenigsten. Aufgrund der Zahlen, die in der Bundesrepublik zuletzt Aufnahme finden, gewinnen die meisten eher das Gefühl, dies sei das richtige Zielland.
Eine email ist von Hassan, einem Filmemacher. Er schreibt, dass er vor den Taliban auf der Flucht sei. 2012 wurden seine Arbeiten auf der Documenta13 in Kassel gezeigt. Jetzt hat er eine Reportage über einen Mullah gedreht, der die Aussöhnung mit den Taliban suchte und dabei ums Leben kam. In Kabul hatte Hassan ein kleines Café, ein Künstlertreff, in dem sich junge Männer und Frauen trafen. Von dort flüchtete er, nachdem die Polizei eine Razzia durchführte. Offenbar handelte die Polizei im Auftrag konservativer Geistlicher. Wie den Taliban ist den Geistlichen westliche Lebenskultur in der sich junge Frauen und Männer offen begegnen ein Dorn im Auge.
Jede dieser emails ist für sich genommen bedrückend, spiegelt sie doch den relativen Misserfolg westlicher Hilfe für Sicherheit und Entwicklung. Die afghanische Zivilgesellschaft, deren Aufbau der Westen sich auf die Fahnen geschrieben hatte, scheint auf einmal in Auflösung begriffen. wirtschaftliche Depression hat sich breitgemacht nach dem Abzug der ausländischen Truppen. Viele Gegenden sind unsicherer geworden. So bleiben Investitionen aus. Arbeitslosigkeit ist chronisch und ein möglicher Treibsatz für Radikalisierung.
Was politisch, was wirtschaftlich motivierte Flucht ist, müsste die Einzelfallprüfung ergeben. Diese ist aber unter den Bedingungen Afghanistans nur schwer möglich. Verständlich ist, dass - nach vielen afghanischen Übersetzern der Bundeswehr - nun auch afghanische Angestellte ziviler Hilfsorganisationen nach Deutschland wollen. Sie sind oft nicht weniger exponiert.
Mittlerweile hat das Schlepperwesen auch afghanischen Städte erreicht. Das schildern deutsche Helfer im Land, die gut vernetzt sind. Eltern versuchen zum Teil vergeblich, ihre Kinder vom Auswandern abzuhalten. Diese können auf Facebook Informationen mit Listen zu Sozialstandards in EU-Ländern finden. Auch Foto-Postings gibt es, von Landsleuten, die es bereits geschafft haben.
Politiker fordern zu Recht mehr Druck auf jene Länder, aus denen die Flüchtlinge kommen. Für Afghanistan tragen Deutschland und der Westen dabei eine besondere Mitverantwortung. Denn der Westen finanziert weiterhin den Löwenanteil des afghanischen Staates. Ohne Frage bestehen hier Möglichkeiten, angemessen einzuwirken auf die Regierung in Kabul.
Zugleich ist der wirtschaftliche Aufbau alles andere als optimal gelaufen. Bei effektiverer wirtschaftlicher Hilfe wäre ein Teil der Menschen vermutlich heute nicht auf der Flucht.
Sinnvoll wäre rückblickend ein echter Marshall-Plan für Afghanistans Wirtschaft gewesen. Mit Wohnungsbauprogrammen, die Menschen langfristig in Arbeit bringen. Robusten Hilfen für afghanische Industrie und Landwirtschaft. Projekten, die das Land weniger als Absatzmarkt für deutsche und ausländische Waren begreifen. Solar-Energie etwa hat eine Zukunft in Afghanistan. Noch aber werden zu wenig Zellen vor Ort hergestellt. Bis 2006 hätte man so Fundamente setzen können. Da waren die Taliban noch nicht erstarkt.
Jüngere Flüchtende schreiben in ihren mails immer wieder: „Wir bekommen in Afghanistan keine Chance“. Arbeit werde nicht nach Qualifikation vergeben, sondern nach Seilschaften und Vitamin-B. Viele haben resigniert, weil Korruption oder gewendete Warlords im Land herrschen. Auch dies ist ein Grund für die schlechte Stimmung im Land. Dabei sind es die Geberländer die viele der warlords bis heute an der Macht halten.
Was also tun? Afghanistan braucht unverändert langfristige Projekte, die auf die realen Bedürfnisse der Menschen eingehen. Projekte, die Hoffnung vermitteln. Das kann ein Theaterfestival in Kabul sein, das den Glauben an die afghanische Zivilgesellschaft erhält. In jedem Fall wirtschaftliche Anreize, die die Arbeitslosigkeit zurückfahren und die Ökonomie der kurzfristigen Entwicklungshilfe durch nachhaltiges Wirtschaften ersetzt.
Freitag, 31. Juli 2015
Mullah Omar confirmed dead: quo vadis Taliban?
Samstag, 30. Mai 2015
Untitled: Afghan Contemporary Art
Sonntag, 24. Mai 2015
Finding Afghanistan - photo exhibition
A selection of my photographic work is on exhibition since this week and until July 3rd in the foyer of Deutschlandfunk in Cologne (see here). The selection is accompanied by a choice of audio features and interviews that I have recorded and produced along the years of the Afghan conflict. And while international photojournalim about Afghanistan mostly focuses on Western soldiers and narratives stemming from the intervention of international forces persent in the war, this exhibition looks at the dynamic of urban Afghanistan and its young generations, its dynamics and challenges, dreams and dramas amidst Taliban and warlord threats. (see also here)
Donnerstag, 14. Mai 2015
Afghan theater donation: identity and threat
Recently Siddiq Barmak, without any doubt the most profiled Afghan film maker whose feature film 'Osama' has been internationally acclaimed a few years back and who keeps being one of the most prominent Afghan intellectual figures, moved out of Afghanistan and to Europe. This signals an important loss for the cultural scene in Kabul, many film makers taking inspiration from Barmak's experience and work. On another scale, it also sees the struggle for cultural Afghan identity at a crucial moment as the conflict moves on, despite or rather as a consequence of the withdrawl of foreign troops.
Currently teaching as a lecturer for conflict and conflict resolution at the University of Hamburg, I introduced a chapter on Afghan theater in conflict in my seminar. After the suicide attack in Kabul Esteqlal Lycée last december on a running play, the Afghan theater scene especially is confronted with new challgenes. As a result an initative was born and a DONATION CALL launched for the support of the Afghan Student Theater Festival a few weeks ago. (see here). The texts published below – English and German – are a common wording undertaken with the Faculty of Fine Arts of Kabul University, who is to be the host of the event later this year.
"A common initiative by Martin Gerner, correspondent, curator and lecturer together with the Faculty of Fine Arts, Kabul University.
- HELP KABUL'S STUDENT'S THEATER FESTIVAL: WHAT IS AT STAKE?
"WE - theatre actors, directors and teachers in Afghanistan - have roots that go back to the 1980s and that have regrown after 2001 as a result of the international intervention. But in December 2014, as the international community withdrew, many achievements were lost when a heavy bomb exploded during a Theatrical Performance in Esteqlal High School. This terrorist act caused death and fear, with many theatrical groups and acitivities forced to slow down or close.
- REBUILD THEATER IN AFGHANISTAN
YOUR DONATION can help rebuild theatre in Afghanistan and regain the artistic values of a young generation. Though still under shock, the Theatre Department of Kabul University shortly after the terror act in late 2014 started an annual festival. This festival gives birth to young theatre artists and brings students to create their own ensembles. The first festival was held in Kabul University shortly afterwards. It brings together student groups who work on joint performances and bring back artistic values that were threatened to disappear due to the attack. In founding the Student's festival, we want to withstand the negative energy and impact brought in by the extremists.
- DONATE to assure the FUTURE OF AFGHAN THEATER LIFE
WE, the Theatre Department of Kabul University, believe that the Festival for Students has the power to rebuild theatre in Afghanistan. Our young generation has the energy, potential and knowledge to recreate what is at risk of being lost. To regrow theatre through student festivals, we need financial support. Your pledge helps theatre in Afghanistan regrow and take new roots. Your contribution will help our young artists create a path for creativity and help rebuild theatre in Afghanistan. Their enthusiasm and excitement, featuring in the pictures below, must live on! "
// GERMAN VERSION:
WAS STEHT AUF DEM SPIEL?
"WIR – Studenten und Studentinnen, Dramaturgen und Dozenten der Fakultät der Künste an der Universität Kabul – befinden uns an einem Wendepunkt. Ein Terror-Anschlag im Dezember 2014 auf der Bühne des Esteqlal-Lycées, mitten in Kabul, hat bei laufender Aufführung zahlreiche junge Theatermachende getroffen. Es gab Tote und Verletze. Kunst- und Kulturschaffende haben Anst. Für viele Betroffene bedeutet der Anschlag das Ende ihrer Auftritte. Ensembles haben sich aufgelöst oder stehen vor dem Ende.
WIEDERAUFBAU DES THEATERS IN AFGHANISTAN
Wir wollen und können dem nicht tatenlos zusehen. Deshalb dieser Aufruf für das 2. Studenten Theater-Festival als eine Initital-Zündung beim Neuaufbau des afghanischen Theaters. Wir haben Wurzeln, die auf das Theater der 1980er Jahre zurückgehen. Nach 2001 als Folge der internationalen Intervention haben wir weitere Schritte gemacht hin zu neuen Freiräumen und Kreativität. Jetzt, da die internationale Gemeinschaft dabei ist, Hilfsgelder und Aufmerksamkeit zurückzufahren, geht es mehr denn je darum, Theaterkunst und ihre Ausbildungsstätten nachdrücklich zu sichern und Perspektiven für eine selbstbestimmte Theaterlandschaft zu schaffen.
DEINE SPENDE ist dabei ein wichtiger Beitrag. Mit der Hilfe für das 2. Studenten-Theaterfestivals unterstützt Du die Arbeit und das Engagement einer jungen Generation lernbegieriger und spielwütiger Schauspiel-Studenten und Studentinnen, die an der Fakultät der Künste ausgebildet werden.
Für das Festival im Herbst sind zur Zeit zehn Aufführungen mit neuen Ensembles geplant. Deine Spende kommt dem Entstehen dieser Aufführungen zugute. Konkret geht das Geld in Produktionkosten, Kostüme und Austattungen, die für die Inszenierung nötig sind. Details findest Du auf dieser website.
MIT DIESER INITIATIVE wollen wir ein Zeichen setzen gegen jede Form von Extremismus und Gewalt. Ein Theaterfestival mit Publikum ist die beste Antwort darauf. Der Anschlag vom Dezember 2014 war für viele von uns wie eine zweite Stunde Null. Die Kultur ist einmal mehr bedroht. Wir stehen zugleich für einen Neuanfang. Gerade die junge Generation hat die Energie, das Talent und das Wissen dazu. Damit das Theaterfestival wachsen kann, brauchen wir finanzielle Unterstützung. Die Spenden helfen unserer Arbeit und Kreativität zu unterstützen. Die Bilder auf dieser Seite mögen einen Eindruck vermitteln, was du mit einer Spende erreichen kannst für unsere kulturelle Identität."
// (photos: courtesy H.Noori)
Donnerstag, 26. März 2015
A new relationship?
Samstag, 7. März 2015
Photography of protest
Abonnieren
Posts (Atom)


